Bildung und Kinder im Ländervergleich
Die Bildershow zeigt fünf Kennzahlen zu Bildung und Kindern nacheinander, jeweils mit Rangliste, dem hervorgehobenen Wert für Deutschland und dem zeitlichen Verlauf. Alle Angaben stammen aus den World Development Indicators der Weltbank. Pro Indikator wird dieselbe Darstellung verwendet: Balken für die Rangfolge, Linie für die Entwicklung.
| Government spending on education | 54 | Deutschland gibt 5,2392 % des BIP für Bildung aus – Platz 54 von 203 |
| Children out of primary school | 20 | 0,2739 % der Kinder im Grundschulalter besuchen keine Schule – Platz 20 von 205 |
| Tertiary enrolment | 40 | 76,7097 % Beteiligung an tertiärer Bildung – Platz 40 von 203 |
| Secondary school enrolment | 64 | 100,2437 % Beteiligung im Sekundarbereich – Platz 64 von 208 |
| Pupils per teacher (primary) | 36 | 12,3028 Schülerinnen und Schüler je Lehrkraft in der Grundschule – Platz 36 von 206 |
Lesen Sie jede Folie für sich: Einheiten, Bezugsjahre und die Zahl der erfassten Länder unterscheiden sich von Indikator zu Indikator. Ränge und Werte verschiedener Folien dürfen daher nicht miteinander verrechnet oder direkt verglichen werden.
Das Wichtigste in Kürze
Über die fünf Kennzahlen dieser Ausgabe hinweg liegt Deutschland durchgehend im oberen Feld, aber selten an der Spitze. Am deutlichsten fällt der zentrale Indikator aus: Die staatlichen Bildungsausgaben betragen 5,2392 % des Bruttoinlandsprodukts, das ist Platz 54 von 203 erfassten Ländern und liegt 1,6699 Punkte über dem Weltwert von 3,5693 %. Ähnlich sieht es beim Schulbesuch aus – der Anteil der Kinder im Grundschulalter, die keine Schule besuchen, liegt bei 0,2739 % (Platz 20 von 205), und auf eine Lehrkraft in der Grundschule kommen 12,3028 Schülerinnen und Schüler gegenüber 23,4463 im Weltwert. Bei der Beteiligung an tertiärer Bildung steht Deutschland mit 76,7097 % (Platz 40 von 203) zwar weit über dem Weltwert von 43,6151 %, aber hinter dem Vereinigten Königreich und den USA.
Quelle: Weltbank, World Development Indicators (SE.XPD.TOTL.GD.ZS, SE.PRM.UNER.ZS, SE.TER.ENRR, SE.SEC.ENRR, SE.PRM.ENRL.TC.ZS), https://data.worldbank.org/indicator/SE.XPD.TOTL.GD.ZS
Der aktuelle Wert des zentralen Indikators
Der führende Indikator dieser Ausgabe sind die Bildungsausgaben gemessen am BIP. Deutschland kommt hier auf 5,2392 % und belegt damit Platz 54 unter 203 Ländern mit Daten. Der Weltwert liegt bei 3,5693 %, der deutsche Wert also rund 1,67 Punkte darüber – Deutschland gehört damit zum oberen Viertel, aber nicht zur Spitzengruppe. Wichtig für die Einordnung: Erfasst werden staatliche Ausgaben, nicht die gesamten Bildungsaufwendungen einer Volkswirtschaft; der jüngste Wert der hier verwendeten Reihe stammt aus dem Jahr 2022.
Quelle: Weltbank, World Development Indicators – „Government expenditure on education, total (% of GDP)" (SE.XPD.TOTL.GD.ZS), https://data.worldbank.org/indicator/SE.XPD.TOTL.GD.ZS
Wer oben und wer unten steht
An der Spitze der Bildungsausgaben stehen überwiegend sehr kleine Volkswirtschaften und Inselstaaten: Kiribati mit 16,3905 %, Amerikanisch-Samoa mit 14,717 %, Tuvalu mit 12,8457 % und Mikronesien mit 11,5591 %, gefolgt von Namibia (9,0844 %), Algerien (8,9777 %) und Kuba (8,4409 %). Am unteren Ende finden sich Somalia mit 0,0 %, Nigeria mit 0,3191 %, Simbabwe mit 0,3848 % und Papua-Neuguinea mit 0,7821 %, aber auch Länder wie Indonesien (1,2752 %), Laos (1,2338 %) und Libanon (1,2249 %). Deutschland liegt mit 5,2392 % klar in der oberen Hälfte, gehört jedoch nicht zu jener Gruppe kleiner Staaten, in denen ein einzelnes Schulsystem einen großen Teil eines kleinen BIP beansprucht. Ein anderes Bild ergibt sich beim Schulbesuch: Dort führen die Vereinigten Arabischen Emirate (0,0039 %), Aserbaidschan (0,0266 %), Uruguay (0,0355 %), Südkorea (0,0557 %) und Japan (0,0684 %) das Feld an, während Somalia (85,2728 %), Afghanistan (68,7716 %) und Äquatorialguinea (65,5965 %) das Ende bilden – Deutschland steht mit 0,2739 % auf Platz 20 näher am oberen Rand.
Quelle: Weltbank, World Development Indicators – „Government expenditure on education, total (% of GDP)" (SE.XPD.TOTL.GD.ZS) und „Children out of school (% of primary school age)" (SE.PRM.UNER.ZS), https://data.worldbank.org/indicator/SE.PRM.UNER.ZS
Wie sich das in einem Jahrzehnt verändert hat
Die deutschen Bildungsausgaben lagen 2011 bei 4,8858 % des BIP und bewegten sich bis 2017 zwischen 4,7616 % und 4,8858 %. Danach stiegen sie auf 5,0276 % (2019) und 5,516 % (2020) und gingen anschließend auf 5,3673 % (2021) und 5,2392 % (2022) zurück – gegenüber 2011 bleibt ein Zuwachs von rund 0,35 Punkten. Beim Anteil der Kinder ohne Grundschulbesuch schwankte die Reihe lange zwischen 0,8577 % (2015) und 1,9147 % (2022) und weist für 2023 mit 0,2086 % sowie für 2024 mit 0,2739 % deutlich niedrigere Werte aus. Die Beteiligung an tertiärer Bildung stieg von 60,8984 % (2013) über 72,7051 % (2019) auf 78,5947 % (2023) und lag 2024 bei 76,7097 % – ein Plus von rund 15,8 Punkten über die Reihe. Die Beteiligung im Sekundarbereich ging von 103,9353 % (2013) auf 100,2437 % (2024) zurück und blieb damit durchgehend um die 100-Prozent-Marke. Für das Verhältnis von Schülerinnen und Schülern je Lehrkraft endet die Zeitreihe bereits 2017: Sie fällt von 13,9637 (2006) auf 11,5803 (2013) und liegt 2017 bei 12,3028.
Quelle: Weltbank, World Development Indicators (SE.XPD.TOTL.GD.ZS, SE.PRM.UNER.ZS, SE.TER.ENRR, SE.SEC.ENRR, SE.PRM.ENRL.TC.ZS), https://data.worldbank.org/indicator/SE.TER.ENRR
Im Vergleich mit ähnlichen Ländern
Bei den Bildungsausgaben liegt Deutschland mit 5,2392 % nahe bei seinen westeuropäischen Nachbarn und den übrigen großen Volkswirtschaften: Frankreich kommt auf 5,3243 % (Platz 47), Südkorea auf 5,4091 % (44), die USA auf 5,4204 % (43) und das Vereinigte Königreich auf 5,9068 % (32) – der Abstand nach Frankreich beträgt nur 0,0851 Punkte, der zum Vereinigten Königreich 0,6676 Punkte. Unterhalb Deutschlands liegen China mit 3,8971 % (112) und Japan mit 3,3366 % (136). Beim Anteil der Kinder ohne Grundschulbesuch steht Deutschland mit 0,2739 % (Platz 20) knapp hinter Frankreich (0,2044 %, Platz 16) und deutlicher hinter dem Vereinigten Königreich (0,0698 %), Japan (0,0684 %) und Südkorea (0,0557 %); die USA (3,9822 %) und China (6,6763 %) weisen ein Vielfaches auf. In der tertiären Bildung liegt Deutschland mit 76,7097 % fast gleichauf mit China (76,8758 %), 2,6522 Punkte hinter den USA (79,3619 %) und 3,7049 Punkte hinter dem Vereinigten Königreich (80,4146 %), aber vor Frankreich (71,5347 %) und Japan (64,4908 %); Südkorea liegt mit 111,8533 % weit darüber. Im Sekundarbereich steht Deutschland mit 100,2437 % zwischen den USA (97,4735 %) und Frankreich (103,7854 %), während Belgien (142,9603 %) und die Niederlande (137,5147 %) zu den höchsten Werten überhaupt zählen. Bei der Klassengröße im Sinne von Schülern je Lehrkraft liegt Deutschland mit 12,3028 unter Frankreich (18,1766), China (16,4267), Südkorea (16,2867), Japan (15,661), dem Vereinigten Königreich (15,1327) und den USA (14,1986), aber über den Nachbarn Österreich (10,0165), Schweiz (9,9287), Luxemburg (8,3033) und Liechtenstein (7,8016).
Quelle: Weltbank, World Development Indicators (SE.XPD.TOTL.GD.ZS, SE.PRM.UNER.ZS, SE.TER.ENRR, SE.SEC.ENRR, SE.PRM.ENRL.TC.ZS), https://data.worldbank.org/indicator/SE.PRM.ENRL.TC.ZS
Wie diese Zahlen zu lesen sind
Die Bildungsausgaben beziehen sich auf staatliche Ausgaben in Relation zum BIP. Private Aufwendungen – etwa Studiengebühren, Nachhilfe oder betriebliche Anteile an der Ausbildung – sind darin nicht enthalten, weshalb eine höhere oder niedrigere Quote nicht unmittelbar auf den gesamten Mitteleinsatz oder auf die Qualität eines Bildungssystems schließen lässt. Dass an der Spitze Länder wie Kiribati (16,3905 %) oder Tuvalu (12,8457 %) stehen, hängt auch mit der geringen Größe dieser Volkswirtschaften zusammen. Die Beteiligungsquoten sind Bruttoquoten (% gross): Sie zählen alle Eingeschriebenen unabhängig vom Alter, also auch Wiederholende und Ältere, und können deshalb 100 % überschreiten – Deutschland liegt im Sekundarbereich bei 100,2437 %, Griechenland im Tertiärbereich bei 165,1134 % und Monaco im Sekundarbereich bei 158,5466 %. Ein Wert über 100 % bedeutet also nicht, dass alle Kinder eines Jahrgangs erfasst wären. Für den Anteil der Kinder ohne Grundschulbesuch weist die Quelle keinen Weltwert aus; ein Vergleich mit einem Weltdurchschnitt ist hier nicht möglich, und die Platzierung bezieht sich nur auf die Länder mit gemeldeten Daten. Die Bezugsjahre unterscheiden sich je Indikator – die Ausgabenreihe endet 2022, die Beteiligungs- und Nichtbesuchsquoten reichen bis 2024, das Verhältnis Schüler je Lehrkraft nur bis 2017 –, weshalb ein Nebeneinanderstellen ohne Rücksicht auf das Jahr nur begrenzt trägt. Die Daten werden jährlich über die World Development Indicators der Weltbank aktualisiert; Meldungen der Länder können auch zurückliegende Werte verändern, sodass kleine Rangverschiebungen zurückhaltend zu bewerten sind.
Quelle: Weltbank, World Development Indicators (SE.XPD.TOTL.GD.ZS, SE.PRM.UNER.ZS, SE.TER.ENRR, SE.SEC.ENRR, SE.PRM.ENRL.TC.ZS), https://data.worldbank.org/indicator/SE.SEC.ENRR
Bildungsausgaben (% des BIP) auf der Karte und in Diagrammen
| Rang | Land / Gebiet | % |
|---|---|---|
| 1 | Kiribati | 16.39 |
| 2 | Amerikanisch-Samoa | 14.72 |
| 3 | Tuvalu | 12.85 |
| 4 | Mikronesien | 11.56 |
| 5 | Namibia | 9.08 |
| 52 | Kolumbien | 5.26 |
| 53 | Timor-Leste | 5.24 |
| 54 | Deutschland | 5.24 |
| 55 | Neuseeland | 5.21 |
| 56 | Mongolei | 5.21 |
| 201 | Simbabwe | 0.38 |
| 202 | Nigeria | 0.32 |
| 203 | Somalia | 0 |
Oben stehen kleine Volkswirtschaften wie Kiribati (16,3905 %) und Tuvalu (12,8457 %), unten Somalia (0,0 %) und Nigeria (0,3191 %). Deutschland liegt in der oberen Hälfte, dicht bei Frankreich (5,3243 %).
Die Balken zeigen einen sehr weiten Abstand zwischen den Enden der Liste. Der Verlauf steigt von 4,8858 % (2011) auf 5,516 % (2020) und geht danach auf 5,2392 % zurück.
Länder vergleichen
Kinder ohne Grundschulbesuch
| Rang | Land / Gebiet | % |
|---|---|---|
| 1 | Vereinigte Arabische Emirate | 0 |
| 2 | Aserbaidschan | 0.03 |
| 3 | Uruguay | 0.04 |
| 4 | Südkorea | 0.06 |
| 5 | Japan | 0.07 |
| 18 | Montenegro | 0.22 |
| 19 | Luxemburg | 0.26 |
| 20 | Deutschland | 0.27 |
| 21 | Mexiko | 0.36 |
| 22 | Zypern | 0.42 |
| 203 | Äquatorialguinea | 65.6 |
| 204 | Afghanistan | 68.77 |
| 205 | Somalia | 85.27 |
An der Spitze liegen die Vereinigten Arabischen Emirate (0,0039 %) und Südkorea (0,0557 %), am Ende Somalia (85,2728 %) und Afghanistan (68,7716 %). Deutschland steht knapp hinter Frankreich (0,2044 %).
Die Balken reichen von unter einem Prozent bis über 85 Prozent, die Unterschiede sind also sehr groß. Der Verlauf schwankt bis 1,9147 % (2022) und weist für 2023 und 2024 mit 0,2086 % und 0,2739 % niedrigere Werte aus.
Bildungsbeteiligung im Tertiärbereich
| Rang | Land / Gebiet | % |
|---|---|---|
| 1 | Griechenland | 165.11 |
| 2 | Macau | 141.86 |
| 3 | Zypern | 120.88 |
| 4 | Hongkong | 120.09 |
| 5 | Südkorea | 111.85 |
| 38 | Neuseeland | 77.24 |
| 39 | China | 76.88 |
| 40 | Deutschland | 76.71 |
| 41 | Island | 76.52 |
| 42 | Kanada | 76.27 |
| 201 | Äquatorialguinea | 1.84 |
| 202 | Französisch-Polynesien | 1.46 |
| 203 | Haiti | 1.05 |
Vorn liegen Griechenland (165,1134 %) und Macau (141,8648 %), am Ende Haiti (1,0514 %) und Französisch-Polynesien (1,4568 %). Deutschland liegt fast gleichauf mit China (76,8758 %) und hinter dem Vereinigten Königreich (80,4146 %).
Die Linie steigt von 60,8984 % (2013) auf 78,5947 % (2023) und liegt 2024 bei 76,7097 %. Zwischen Spitze und Schlusslicht liegen mehr als 160 Punkte.
Bildungsbeteiligung im Sekundarbereich
| Rang | Land / Gebiet | % |
|---|---|---|
| 1 | Monaco | 158.55 |
| 2 | Belgien | 142.96 |
| 3 | Finnland | 142.4 |
| 4 | Niederlande | 137.51 |
| 5 | St. Kitts und Nevis | 137.51 |
| 62 | Italien | 100.68 |
| 63 | Österreich | 100.62 |
| 64 | Deutschland | 100.24 |
| 65 | Katar | 99.58 |
| 66 | Republik Moldau | 99.34 |
| 206 | Haiti | 17.17 |
| 207 | Zentralafrikanische Republik | 15.81 |
| 208 | Somalia | 3.35 |
Oben stehen Monaco (158,5466 %), Belgien (142,9603 %) und Finnland (142,3952 %), unten Somalia (3,3479 %) und die Zentralafrikanische Republik (15,8074 %). Deutschland liegt zwischen den USA (97,4735 %) und Frankreich (103,7854 %).
Der Verlauf sinkt leicht von 103,9353 % (2013) auf 100,2437 % (2024) und bleibt damit nahe der 100-Prozent-Marke. Die Balken zeigen vor allem am unteren Ende sehr weite Abstände.
Schüler je Lehrkraft (Primarbereich)
| Rang | Land / Gebiet | Schüler je Lehrkraft |
|---|---|---|
| 1 | San Marino | 6.93 |
| 2 | Liechtenstein | 7.8 |
| 3 | Luxemburg | 8.3 |
| 4 | Norwegen | 8.59 |
| 5 | Kuwait | 8.88 |
| 34 | Costa Rica | 12.2 |
| 35 | Schweden | 12.23 |
| 36 | Deutschland | 12.3 |
| 37 | Portugal | 12.35 |
| 38 | Antigua und Barbuda | 12.41 |
| 204 | Malawi | 58.68 |
| 205 | Ruanda | 59.51 |
| 206 | Zentralafrikanische Republik | 83.41 |
Die niedrigsten Werte haben San Marino (6,9306) und Liechtenstein (7,8016), die höchsten die Zentralafrikanische Republik (83,412) und Ruanda (59,5086). Deutschland liegt unter Frankreich (18,1766) und den USA (14,1986), aber über Österreich (10,0165).
Die Linie fällt von 13,9637 (2006) auf 11,5803 (2013) und liegt 2017 bei 12,3028. Der Abstand zwischen den Enden der Rangliste beträgt mehr als 76 Schüler je Lehrkraft.